Einteilung der Hyperlipoproteinämien nach Fredrickson (phänotypisch)

Für die klinische Beurteilung und zur Therapie hat sich die Einteilung der Hyperlipoproteinämien in verschiedene Typen bewährt. Diese kann rein phänotypisch sein (aufgrund elektrophoretischer Kriterien) oder aber nach genetisch/metabolischen Kriterien (siehe entsprechendes Kapitel).
   
Typen-Muster
 
  I IIa IIb III IV V
Synonyma Fettinduzierte Hypertriglyce-
ridämie
Hyper-
choleste-
rinämie
gemischte Hyper-
lipidämie
broad-B-
disease
endogene Hypertri-
glyceridämie
endogen-exogene Hypertri- glyceridämie
Aspekt
Nüchternserum
aufrahmend, darunter klar klar leicht trüb trüb trüb trüb (aufrahmend)
Cholesterin normal erhöht erhöht erhöht normal oder erhöht normal oder erhöht
Triglyceride erhöht normal erhöht erhöht erhöht erhöht
LDL-Cholesterin erniedrigt erhöht erhöht normal bis erhöht normal normal
HDL-Cholesterin erniedrigt oft erniedrigt oft erniedrigt oft erniedrigt oft erniedrigt oft erniedrigt
Lipoprotein-
Elektrophorese
Biochemischer
Defekt
Lipoprotein-
Lipase-Mangel
LDL-Rezeptor-
Mangel
? Apo E2-
Homozygotie
+ HLP
? Abbau VLDL-LDL?
lipolytische Enzyme?
Vorkommen sehr selt. ca 10% ca 15% < 5% ca 70% < 5%
Xanthome eruptiv tendinös, tuberös tendinös, tuberös plan, tu-beroeruptiv tubero-eruptiv tubero-eruptiv
Arteriosklerose - +++ +++ +++ ++ +

2 von 3 Lipid-Kriterien sollten in der Regel beim Vorliegen entsprechender Risikofaktoren für eine Indikationsstellung erfüllt sein.

Mindestens 2-3 Lipidbestimmungen sind für einen Therapieentscheid und zur Festlegung der Ausgangssituation notwendig.

* Risikofaktoren: Diabetes mellitus, familiäre Belastung mit KHK (d.h. KHK bei erstgradig verwandten Frauen <65 Jahren oder Männern <55 Jahren), Alter (vor allem Männer >50 Jahre und Frauen >60 Jahre), Rauchen, Hypertonie, Adipositas (BMI >30 kg/m2), Hypertriglyceridämie (>2.0 mmol/l), Bewegungsmangel.