Allgemeine Störfaktoren bei Laboruntersuchungen

Aufrechte Körperhaltung vor der Blutentnahme führt zu einem Anstieg einer Reihe von Parametern (alle Makromoleküle und an solche gebundenen Analyte, z.B. Totalprotein, Albumin, Enzyme, Calcium, Cholesterin, Hämoglobin, etc.).
   
Länger dauernde venöse Stauung bei der Blutentnahme bewirkt Veränderungen wie oben.
   
Repetierter Faustschluss bei der Blutentnahme führt zu Anstieg von Kalium und Magnesium.
   
Starke körperliche Belastung vor der Blutentnahme führt zuerst zu Hämoglobinkonzentration, später Anstieg der Muskelenzyme.
   
Zu langes Intervall (> 1 Std.) zwischen Blutentnahme und Abtrennen der zellulären Elemente führt zu einem Anstieg von Kalium; Phosphat fällt zuerst ab und steigt später wieder an. Bei Parametern mit circadianen Rhythmen, z.B. Cortisol, Eisen, oder bei Nahrungsabhängigkeit, z.B. postprandiale Triglyceride, muss auf die Entnahmezeit geachtet werden.
   
Hämolyse (bei der Entnahme) führt zu Anstieg von Kalium und Eisen und zu Aktivitätsvermehrung einer Reihe von Enzymen, z.B. ALT, AST, CK, LDH. Ausserdem stört die Eigenfärbung eine Reihe von photometrischen Reaktionen. Zusätze in den Entnahmeröhrchen (z.B. Antikoagulans) können verschiedene Reaktionen stören.
 
Lipämie stört durch die vorhandene Trübung bei Turbiditäts- und Absorptionsmessungen und führt durch Verdrängungseffekte zu einer scheinbaren Erniedrigung der Elektrolyte bei der Flammenphotometrie (Natrium, Kalium, Lithium).
   
Zu lange oder unzweckmässige Lagerung bei Raumtemperatur führt zu einem scheinbaren Anstieg des Creatinins durch Bildung unspezifischer Chromogene. Einstrahlung von Tageslicht führt zu Abnahme von Bilirubin und Porphyrinen.
   
Ikterisches Plasma/Serum interferiert bei Absorptionsmessungen im Bereich zwischen 400-500 nm.
   
Arzneimittel können durch verschiedenste Interferenzen die Resultate verfälschen.
   
Gerinnung: für sämtliche Gerinnungsuntersuchungen empfiehlt sich die Blutentnahme direkt im Institut für Klinische Chemie und Hämatologie (Instabilität der Faktoren V und VIIIc).